Ankommen und aufblühen: Frühling in der NUK Bad Bodenteich

In der Notunterkunft (NUK) Bad Bodenteich in Niedersachsen arbeiten die Teams der Sozialarbeit, Kinderbetreuung und Freizeitpädagogik eng zusammen, um Bewohner*innen, Jugendlichen und Kindern ein vielfältiges Angebot an Aktivitäten innerhalb und außerhalb der Unterkunft zu ermöglichen. Ziel ist es, Menschen nach oft belastenden Fluchterfahrungen dabei zu unterstützen, sicher in Deutschland anzukommen, sich zu orientieren sowie Wohlbefinden und Stabilität zu entwickeln und schrittweise Teil ihrer neuen Umgebung zu werden.

Sportliche, kreative und kulturelle Angebote, Ausflüge, Musik, gemeinsame Feste sowie Nachbarschaftsaktionen bieten nicht nur Struktur im Alltag, sondern schaffen auch Räume für Begegnung, Austausch und Erholung. Sie helfen dabei, Alltagsstress und traumatische Erlebnisse zeitweise in den Hintergrund treten zu lassen, neue Routinen aufzubauen und erste Verbindungen zur Nachbarschaft und zum Leben außerhalb der Unterkunft zu knüpfen.

Gesundheitsvorsorge spielerisch lernen

In den vergangenen Wochen stand für die Kinder unter anderem das Thema Gesundheitsvorsorge im Mittelpunkt. Mit der sogenannten KAI-Technik lernten sie gemeinsam mit Fachkräften und Eltern, wie wichtig Zahnpflege ist und wie Kau-, Außen- und Innenflächen systematisch gereinigt werden. Lustige Zahnmodelle, bunte Zahnbürsten und Zahnputzlieder sorgten für Motivation und Freude. Gleichzeitig wurden Sprachkompetenzen gefördert und die Kinder darin bestärkt, Verantwortung für ihren eigenen Körper zu übernehmen.

Umwelt und Nachbarschaft

Nicht nur die Zahnbürsten kamen zum Einsatz: An einem gemeinsamen Nachmittag zogen Bewohner*innen und Kinder mit Handschuhen, Müllsäcken und einer Karre durch die Nachbarschaft rund um die Unterkunft und sammelten Müll ein. Diese Aktion verband freiwilliges Engagement, Umweltbewusstsein und praktisches Lernen. Familien erfuhren dabei mehr über das Mülltrennungssystem in Deutschland sowie über Rechte und Pflichten im gemeinschaftlichen Zusammenleben. Gleichzeitig entstand ein sichtbares Zeichen der Verbundenheit mit der Nachbarschaft, das hilft, Vorurteile abzubauen und Begegnungen auf Augenhöhe zu ermöglichen.

Feste feiern, Kulturen teilen, Gemeinschaft erleben

Ende März wurde gemeinsam mit den Bewohner*innen ein großes Zuckerfest organisiert. Die Unterkunft wurde festlich geschmückt, es wurde vielfältig gekocht, gemeinsam gegessen, gespielt und gelacht. Solche Feste schaffen wichtige Momente der kulturellen Anerkennung, ermöglichen das Teilen von Traditionen und bieten allen Beteiligten die Gelegenheit, innezuhalten, Dankbarkeit zu erleben und eine Pause vom Alltagsstress zu nehmen. Für Kinder sind diese positiven Gemeinschaftserfahrungen besonders wertvoll für ihre emotionale und soziale Entwicklung.

Kreativität, Bewegung und Natur erleben

Auch rund um Ostern war die Unterkunft von regem Treiben geprägt. Es wurde gebastelt, gemalt und dekoriert – Bäume gestaltet, Ostereier bemalt, Poster entworfen und als besonderes Highlight gemeinsam Waffeln gebacken. Ergänzt wurde das Programm durch Spaziergänge in der Natur, bei denen die Kinder ihre Umgebung erkundeten, Frühlingsknospen entdeckten und unterschiedliche Baumarten kennenlernten. Diese Aktivitäten fördern Bewegung, Wahrnehmung und Neugier und schaffen gleichzeitig viele Gelegenheiten, Deutsch zu lernen und die neue Umgebung bewusst wahrzunehmen.

Gemeinsam Wege in die Gesellschaft gestalten

Die Mitarbeitenden der Sozialarbeit, Kinderbetreuung und Freizeitpädagogik arbeiten bei HERO in der Notunterkunft Bad Bodenteich Hand in Hand, um kontinuierlich pädagogisch wertvolle, alltagsnahe und stärkende Angebote zu schaffen. Ehrenamtlich Engagierte sind dabei herzlich willkommen und leisten einen wichtigen Beitrag, um Brücken zwischen Unterkunft und Stadtgesellschaft zu bauen.

So entstehen Schritt für Schritt Begegnungen, Lernerfahrungen und Beziehungen, die Integration erleichtern und den Weg in die Gesellschaft ein Stück angenehmer machen – für Erwachsene ebenso wie für Kinder.

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