Bilateraler Menschenrechtsdialog

Am Freitag, den 28. Juni 2024 begrüßten Mitarbeiter des LAF und das Team der Gemeinschaftsunterkunft Straßburger Straße eine Delegation der japanischen Anwaltskammer sowie einen Wissenschaftler der Hosei Universität Tokio, einen Sozialarbeiter der NPO North Kanto Medical Consultation Association und ihre Dolmetscherin in der Unterkunft.

Ziel des Austausches war es für die Delegation, mehr über das deutsche Asylsystem und die Unterbringung von geflüchteten Menschen in Berlin zu erfahren, die gewonnenen Erkenntnisse auf der diesjährigen Menschenrechtskonferenz der japanischen Anwaltskammer vorzustellen und auf Lücken im japanischen System aufmerksam zu machen. Die Teilnehmenden erhoffen sich dadurch eine Verbesserung der Situation benachteiligter Menschen in Japan.

Die Einrichtungsleiterin und die Ehrenamtskoordinatorin der Gemeinschaftsunterkunft Straßburger Straße gaben Einblicke in verschiedene Themen, z.B. Wie erleben geflüchtete Menschen das Asylverfahren in Berlin? Wie sind die Teams in den Unterkünften aufgestellt? Was für Unterstützungen und Angebote werden den Bewohner*innen zur Verfügung gestellt? Wie ist die gesellschaftliche Stimmung in Deutschland?

Die Herausforderungen im Asylverfahren wurden ebenso diskutiert wie die Hürden der schleppenden Digitalisierung, der Bürokratie und des Wohnungsmangels in Berlin. Die Delegationsmitglieder tauschten auch Informationen über Migration und die Situation von Asylsuchenden in Japan aus. Im Anschluss konnte sich die Gruppe bei einem Rundgang durch die Unterkunft selbst ein Bild von der Unterbringung machen und sich mit den Bewohner*innen unterhalten. Die Gruppe äußerte sich positiv über die Rechte, Leistungen, Gesundheitsversorgung, Beratungs- und Freiwilligennetzwerke für geflüchtete Menschen in Deutschland und wünschte sich ähnliche Entwicklungen in Japan.

Das HERO-Team freut sich sehr über den sehr interessanten Austausch und wünscht allen Teilnehmenden viel Erfolg bei ihren Bemühungen, Diskriminierung und Benachteiligung zu bekämpfen und die Menschenrechte zu fördern.