Globale Ideen für lokale Wirkung: Austausch mit der De Montfort University

Hero Deutschland schätzt die frischen Perspektiven junger Menschen und fördert aktiv den internationalen akademischen Austausch. Ihre Fragen und Ideen eröffnen uns neue Blickwinkel, während die Studierenden Einblicke in die Chancen und Herausforderungen der sozialen Arbeit mit geflüchteten Menschen gewinnen – oft der Anstoß für eigene Forschungsthemen.

Deshalb kooperieren wir seit Jahren mit der Katholischen Hochschule für Sozialwesen Berlin und neuerdings auch mit der De Montfort University (DMU) in Leicester, Großbritannien. Bei Besuchen in unseren Unterkünften sammeln Studierende praktische Erfahrungen in der Arbeit mit Geflüchteten – und wir profitieren von ihrem Feedback und ihren Ideen. Diese Begegnungen fördern einen Dialog auf Augenhöhe, der beide Seiten bereichert.

Seit 2016 gilt die Agenda 2030, in der sich die Weltgemeinschaft 17 Ziele für eine sozial, ökologisch und ökonomisch nachhaltige Entwicklung gesetzt hat. Die De Montfort University wurde von den Vereinten Nationen als Vorsitzende des globalen Academic Impact Hub für das Ziel „Nachhaltige Städte und Gemeinden“ (SDG 11) ernannt. Dieses Ziel verfolgt das Anliegen, Städte und Gemeinden inklusiv, sicher, widerstandsfähig und nachhaltig zu gestalten. Als Teil dieser Rolle leitet die DMU weltweit Initiativen, die nachhaltige Stadtentwicklung mit Themen wie Teilhabe, Gemeinschaft und erneuerbare Energien verbinden.

Am Donnerstag, den 26. Juni 2025, besuchte Dr. Mark Charlton, stellvertretender Direktor für nachhaltige Entwicklung an der DMU, gemeinsam mit einer Gruppe Studierender die Gemeinschaftsunterkunft Straßburger Straße, um darüber zu sprechen, welche Rolle geflüchtete Menschen bei der Gestaltung nachhaltiger Städte und Gemeinden spielen können.

Gemeinschaftsunterkünfte stehen in einem engen Zusammenhang mit SDG 11, da geflüchtete Menschen oft zu den Gruppen gehören, die unter prekären Wohnverhältnissen leiden. Die Studierenden interessierten sich für die unterschiedlichen Unterkunftsformen in Berlin, die angespannte Wohnraumsituation und die durchschnittliche Wohndauer in Unterkünften. Gemeinsam wurde diskutiert, ob es nachhaltiger sein könnte, Unterkünfte vermehrt im ländlichen Raum anzusiedeln, um gleichzeitig demografisch rückläufige Dörfer zu beleben und eine diversere Gesellschaft zu fördern – wie es etwa in Norwegen praktiziert wird.

Darüber hinaus betont SDG 11 die Bedeutung einer inklusiven Stadtplanung, die geflüchtete Menschen nicht nur unterbringt, sondern auch in das gesellschaftliche Leben integriert – durch Zugang zu Bildung, Arbeit, Gesundheitsversorgung und Teilhabe am Gemeinschaftsleben. Unsere Ehrenamtskoordinatorin berichtete von den vielen Stadtteilinitiativen und lokalen Kooperationspartner*innen, die zwischen der Unterkunft und der Nachbarschaft Brücken bauen und so geflüchtete Menschen in die Gemeinschaft einbinden.

Nach der lebendigen Diskussion ging es hinaus in den Hof, wo sich jeden Nachmittag viele Kinder der Unterkunft treffen, um zu spielen. Die Kinder waren ganz aufgeregt über den Besuch aus England und nutzten die Gelegenheit voller Freude, ihr Englisch auszuprobieren. Im Gegenzug brachten sie den Studierenden ein paar deutsche Wörter bei, was für viel Lachen sorgte. Die älteren Mädchen tanzten mit den Studierenden und tauschten sich über ihre Lieblingsmusik aus – kleine, aber wertvolle Begegnungen, die allen noch lange in Erinnerung bleiben werden.

Wir freuen uns, durch diese internationalen Partnerschaften angehende Fachkräfte in den Bereichen Soziale Arbeit und nachhaltige Entwicklung zu inspirieren, ihnen Einblicke in die Herausforderungen und Chancen der Arbeit mit geflüchteten Menschen zu geben und gemeinsam Perspektiven für eine inklusive Gesellschaft zu entwickeln. Denn wir sind überzeugt: Indem wir akademischen Austausch fördern und Forschung anregen, leisten wir auch unseren Beitrag zu einer positiven gesellschaftlichen Entwicklung.

Wir bedanken uns herzlich bei Dr. Mark Charlton und der De Montfort University für diese inspirierende Zusammenarbeit. Wir freuen uns darauf, weiterhin Studierende in unseren Einrichtungen willkommen zu heißen und gemeinsam die Zukunft zu gestalten.

Hier erfährst Du mehr über die Aktivitäten in unseren weiteren Unterkünften in Deutschland.