Integration trifft ins Netz

In der Notunterkunft Bad Bodenteich in Niedersachsen zeigt sich, wie viel entstehen kann, wenn Menschen zusammenarbeiten: Die Freizeitpädagogen und das Sozialteam haben Hand in Hand daran gewirkt, ein sportliches Gemeinschaftsprojekt auf den Weg zu bringen – mit dem Ziel, ein Team für ein Basketballturnier der Landesaufnahmebehörde Niedersachsen aufzustellen.

Dabei ging es nicht nur um Sport – sondern vor allem darum, Menschen zu erreichen, sie zu motivieren und etwas auf die Beine zu stellen. Mit viel Engagement sind die Mitarbeitenden auf die Bewohner zugegangen, haben sie aktiv über das Sportangebot informiert, zur Teilnahme ermutigt und sie dafür gewonnen, sich auf etwas Neues einzulassen und Teil eines Teams zu werden.


Denn Sport ist hier mehr als Freizeitbeschäftigung. Für viele geflüchtete Menschen bedeutet er ein Stück Normalität, Gesundheit und Teilhabe – und die Möglichkeit, Anschluss zu finden und sich verbunden zu fühlen.


So kam die Idee auf, ein eigenes Basketballteam für das Turnier der Landesaufnahmebehörde Niedersachsen in Braunschweig zu gründen. Eine spannende Herausforderung – schließlich ist Fußball eigentlich die klare Nummer eins. Doch die Begeisterung der Mitarbeitenden steckte an: Aus der Idee wurde schnell ein echtes Vorhaben – und die Motivation war deutlich zu spüren.


Schon bald wurde gemeinsam trainiert. In der Freizeithalle wurde gedribbelt, gepasst und geworfen. Es ging um Ballkontrolle, saubere Pässe, Korbwürfe und erste Spielzüge. Auch Verteidigung und Rebounds wurden geübt. Mit jedem Training lief es ein bisschen runder – und ganz nebenbei wuchs das Team immer enger zusammen.


Über mehrere Wochen wurde gemeinsam geschwitzt, sich gegenseitig angefeuert, gelacht und dazugelernt. Die Vorfreude auf das kommende Ereignis war deutlich zu spüren – ebenso wie das gute Gefühl, als Team unterwegs zu sein.


Am Vorabend war es dann so weit: Mit Unterstützung eines Freizeitpädagogen aus Braunschweig machte sich das Team auf den Weg. Die gemeinsame Busfahrt und die herzliche Aufnahme vor Ort ließen die Vorfreude von Moment zu Moment greifbarer werden – und mit ihr auch die Aufregung vor dem großen Tag.

Am Mittwoch, den 20. Mai 2026, startete schließlich das Turnier in Bramsche. Sechs Teams traten gegeneinander an. Auf dem Feld wurde mit Einsatz gespielt, am Rand wurde angefeuert und mitgefiebert. Die Stimmung war offen, respektvoll und voller Energie.


Und dann war er da – der entscheidende Moment: Team Bad Bodenteich hat das Turnier gewonnen! Ein ganz besonderer Augenblick. Die Freude war riesengroß – Jubel, Umarmungen, stolze Blicke. All das Training und die gemeinsame Zeit hatten sich ausgezahlt. Besonders schön: Alle Spieler wurden für ihren Einsatz mit Medaillen ausgezeichnet – ein sichtbares Zeichen für ihre Leistung und ihren Teamgeist.


Auf der Rückfahrt wurde viel erzählt und gefeiert – und der Pokal ging von Hand zu Hand, wurde immer wieder bewundert und mit einem stolzen Lächeln weitergereicht. Auch für das Sozialteam und die Freizeitpädagogen war dieser Erfolg etwas Besonderes. Er zeigt, wie viel möglich ist, wenn Menschen persönlich angesprochen werden, wenn ihnen etwas zugetraut wird und sie Unterstützung auf Augenhöhe erfahren. Projekte wie dieses stärken nicht nur die Gesundheit, sondern auch Selbstvertrauen, Gemeinschaftssinn und neue Perspektiven.


Der Erfolg des Teams ist damit weit mehr als ein sportlicher Sieg. Er macht sichtbar, was entstehen kann, wenn Menschen gemeinsam aktiv werden – und zeigt, wie Sport dabei helfen kann, in einem neuen Umfeld anzukommen.


Und das Projekt wirkt weiter: Auch nach dem Turnier wird in Bad Bodenteich weiterhin Basketball gespielt. Neben Fußball hat sich eine neue Begeisterung entwickelt – und für viele ist klar geworden, dass es sich lohnt, auch einfach mal etwas Neues auszuprobieren.


Ein besonderer Dank gilt den Freizeitpädagog*innen, die mit großem Einsatz, viel Zeit und echter Überzeugung dieses Projekt möglich gemacht haben. Ihr Engagement hat nicht nur ein Team auf das Spielfeld gebracht, sondern auch nachhaltig etwas in der Gemeinschaft bewegt.


Dieses Projekt steht exemplarisch für die Arbeit von HERO und die engagierten Teams in Unterkünften in ganz Deutschland. Mit viel Einsatz und Empathie unterstützen sie die Bewohner*innen dabei, eigenständig zu werden, ihre Gesundheit zu stärken und neue Wege zu gehen – begleitet und nicht allein.


Hier erfährst Du mehr über die Aktivitäten in unseren weiteren Unterkünften in Deutschland.