Horizonte erweitern: Austauschprogramm mit Norwegen
Uns ist wichtig, unseren Mitarbeiter*innen Angebote zu machen, die motivieren, Perspektiven erweitern und Raum für persönliche und fachliche Entwicklung schaffen. Genau das bietet dieser Austausch: Er bringt frische Impulse, stärkt den internationalen Zusammenhalt und ermöglicht gemeinsames Lernen – verbunden mit viel Freude und Begeisterung.
Wie im letzten Jahr haben alle Teilnehmenden am Ende einen Erfahrungsbericht geschrieben. Diese zeigen, wie viele spannende Eindrücke gesammelt, neue Freundschaften geschlossen und inspirierende Ideen mitgebracht wurden. Alle sind mit viel Energie und Liebe für Norwegen zurück nach Deutschland gekommen.
Figan, Umfeldmanagerin, Nordrhein-Westfalen (Einsatzort: Breistein, Norwegen)Am 15.06.2025 startete ich meine Reise von Selm aus Richtung Norwegen. Zunächst ging es mit dem Auto nach Frankfurt, wo ich meine Kollegin traf, mit der ich mir für die kommende Woche das Hotel teilte.Dass diese Reise ein echtes Abenteuer werden würde, zeigte sich schon am Flughafen: Unser Flug hatte Verspätung – die dadurch entstandene Zeitverschiebung machte unseren geplanten Reiseablauf hinfällig. Doch wir ließen uns davon nicht entmutigen. Nach einem kurzen Zwischenstopp in einem Restaurant kamen wir abends endlich im Hotel an – müde, aber voller Vorfreude auf die bevorstehende Woche.Meine Kollegin und ich waren unterschiedlichen Einrichtungen zugeteilt und wurden deshalb am nächsten Morgen von verschiedenen Kolleg*innen abgeholt. Mein Ziel war die Einrichtung Vestlandsheimen in Breistein. Mein norwegischer Kollege Sergey holte mich täglich vom Hotel ab und brachte mich abends auch wieder zurück.Der Arbeitstag begann jeden Morgen um 8:00 Uhr und endete bereits um 15:30 Uhr – das war für mich als Mitarbeiterin aus NRW sehr überraschend. Nach einer kurzen Teamsitzung zum Wochenablauf führte mich meine Leitung durch die Einrichtung. Die Unterkunft befindet sich in den Gebäuden einer ehemaligen medizinischen Schule. Hero nutzt dort drei Gebäudekomplexe:Gebäude 1: Verwaltung, Leitung und Infopoint – außerdem Unterkünfte für Familien und Einzelpersonen.
Gebäude 2: Zweites Gebäude: Unterkunft für alleinstehende Personen
Gebäude 3: Hier sind Menschen mit gesundheitlichen Einschränkungen untergebracht, vor allem Geflüchtete aus der Ukraine und dem Gazastreifen. Eine medizinische Behandlung findet vor Ort zwar nicht statt, jedoch werden die Patienten umfassend betreut und im Bedarfsfall überwacht. Darüber hinaus besteht eine enge und kontinuierliche Zusammenarbeit mit den umliegenden Krankenhäusern.
Gerade der medizinische Bereich hat mich emotional stark berührt. Viele Menschen dort haben schwere Schicksale und körperliche Verletzungen erfahren – es war für mich bewegend und herausfordernd, das aus nächster Nähe mitzuerleben.Wenn ich die Arbeit in Breistein mit meiner Arbeit in Selm vergleiche, fallen mir viele Unterschiede auf – sowohl organisatorischer als auch struktureller Natur. Zunächst einmal ist der Infopoint in Norwegen nicht rund um die Uhr geöffnet – im Gegensatz zu NRW, wo eine 24-Stunden-Besetzung vorgeschrieben ist. Auch bei der Essensausgabe oder im Freizeitbereich sind bei uns immer sowohl Sozialbetreuung als auch Security anwesend – in Norwegen ist das nicht der Fall. Tatsächlich gibt es in der Einrichtung in Breistein keine Security; kein Ein- oder Auschecken, keine Taschenkontrollen. Lediglich nachts patrouilliert eine Nachtwache über das Gelände.Auf dem Gelände gibt es mehrere Grillecken, die die Bewohnenden jederzeit nutzen dürfen. In jedem Gebäude befinden sich Gemeinschaftsküchen sowie Aufenthaltsräume mit Fernsehern. Die Sporträume werden morgens von der Sozialbetreuung geöffnet und abends abgeschlossen.Ein weiterer großer Unterschied betrifft die Mobilität der Bewohner*innen: In Norwegen erhalten Asylbewerber*innen einen Ausweis von der Polizei, der gleichzeitig auch als kostenloses Busticket im Stadtgebiet dient. Zwar besteht eine Residenzpflicht, doch sie dürfen sich frei im ganzen Land bewegen, ohne mit Konsequenzen rechnen zu müssen.Die norwegischen Kolleg*innen arbeiten direkt mit der UDI zusammen – das ist das norwegische Pendant zum deutschen Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF). Sie dokumentieren alle relevanten Informationen zu den geflüchteten Menschen direkt im System, wodurch Bearbeitungsprozesse deutlich schneller ablaufen.Am zweiten Tag meines Aufenthalts fand ein Sommerfest mit einer Kochaktion für die Bewohner*innen statt – organisiert vom Roten Kreuz. Da ich in einer Unterkunft in NRW selbst regelmäßig Aktionen im Bereich Umfeldmanagement plane, war es für mich besonders spannend zu sehen, wie solche Feste in Norwegen umgesetzt werden. Anders als in NRW, kommen in Norwegen regelmäßig Hilfsorganisationen in die Einrichtungen, die staatlich gefördert werden und gezielt Angebote für Geflüchtete umsetzen – sowohl finanziell als auch personell. Das Sommerfest war ein gutes Beispiel für dieses Engagement. Es war schön zu sehen, mit wie viel Herz und Struktur solche Veranstaltungen geplant und durchgeführt werden.Mein Aufenthalt in Norwegen hat mir viele neue Eindrücke und Perspektiven ermöglicht. Es gibt viele Unterschiede in der Organisation, den Rahmenbedingungen und den Möglichkeiten, wie wir mit geflüchteten Menschen arbeiten – doch am Ende verfolgen wir alle dasselbe Ziel: Menschen, die bei uns Schutz suchen, mit allen verfügbaren Mitteln zu unterstützen.Ich hoffe, dass wir in Deutschland künftig ebenfalls mehr Spielräume und Flexibilität in unserer Arbeit erhalten, um noch gezielter auf die Bedürfnisse der Bewohner*innen eingehen zu können. Ich bin dankbar, Teil dieses Austauschs gewesen zu sein. Er hat mir nicht nur neue fachliche Impulse gegeben, sondern mich auch persönlich weitergebracht.
Liudmyla, Verwaltung, Rheinland-Pfalz (Einsatzort Bøvågen, Norwegen)
Im Rahmen des Austauschprogramms zwischen HERO Deutschland und HERO Norwegen hatte ich im Juni 2025 die Möglichkeit, eine Woche lang in einer norwegischen Unterkunft für Geflüchtete mitzuwirken und wertvolle Einblicke in die lokale Arbeitsweise zu gewinnen.Meine Einsatzstelle befand sich in Bøvågen, einem kleinen, aber charmanten Ort in naturnaher Umgebung. Die Einrichtung war überschaubar und familiär, das Team bestand aus sechs sehr engagierten und herzlichen Kolleg*innen, die mich offen aufgenommen haben.Mir bleiben besonders die Erstgespräche und die Einführung neuer Bewohner*innen positiv in Erinnerung. In Norwegen erfolgen diese in Form von modular aufgebauten Informationsveranstaltungen. Dieser strukturierte Ansatz beginnt mit praktischen Informationen zum Leben in der Unterkunft und endet mit wichtigen Aspekten der Integration in die norwegische Gesellschaft. Der Einsatz eines Online-Dolmetschers in der jeweiligen Sprache der Gruppe sorgt für Klarheit und schafft eine offene, vertrauensvolle Atmosphäre.Am letzten Tag meines Aufenthalts hatte ich zudem die Gelegenheit, eine zweite, größere Unterkunft zu besuchen. Besonders eindrucksvoll war dort die Unterstützung für Menschen mit Beeinträchtigungen und gesundheitlichen Einschränkungen. Die barrierefreie Ausstattung der Wohnräume, spezielle Ruhe- und Rückzugsbereiche sowie eine durchdachte Infrastruktur mit gemeinsamen Außenbereichen und Grillmöglichkeiten zeugen von einem hohen Maß an Respekt, Planung und individueller Förderung.Am letzten Abend hatten wir die Möglichkeit, gemeinsam mit den Teilnehmenden aus anderen Regionen den Tag mit einem Ausflug mit dem Fløibanen-Funicular in Bergen ausklingen zu lassen. Von der Aussichtsplattform bot sich ein atemberaubender Blick über die Stadt und den Fjord – ein Moment der Ruhe und Verbundenheit. Der Abend endete mit einem leckeren gemeinsamen Abendessen, das in angenehmer Atmosphäre stattfand und als besonders schönes und verbindendes Erlebnis in Erinnerung bleiben wird.Ich war beeindruckt von der Schönheit der Natur, dem respektvollen Umgang mit der Umwelt und dem Engagement für Nachhaltigkeit. Besonders schön war auch die gemeinsame Freizeitgestaltung mit Bewohner*innen, zum Beispiel beim gemeinsamen Angeln – ein Moment echter Nähe und Menschlichkeit.Trotz kleinerer Herausforderungen wie der abgelegene Ort der Unterkunft, Anreiseverzögerungen und teilweise Lücken im Arbeitsprogramm war der Aufenthalt für mich bereichernd und inspirierend. Ich nehme nicht nur fachliche Erkenntnisse, sondern auch neue zwischenmenschliche Erfahrungen mit. Ich habe gesehen, dass die Bedürfnisse und Herausforderungen von Geflüchteten in vielen Ländern ähnlich sind – und dass Professionalität bedeutet, passende Lösungen für schwierige Lebenssituationen zu finden und Menschen in ihrer psychologisch verletzlichsten Phase zu begleiten.
Silvia, Sozialbetreuung, Berlin (Einsatzort: Vikhammer, Norwegen)
Während meines Aufenthalts in Norwegen durfte ich ein beeindruckendes Land mit einer stark reflektierten und strukturierten Gesellschaft erleben. Besonders hervorzuheben ist die wertschätzende Atmosphäre in der Einrichtung, in der ich eingesetzt wurde. Das Team bestand aus 15 engagierten Mitarbeitenden, die eine vertrauensvolle und kollegiale Zusammenarbeit pflegten. Die Arbeitsweise unterscheidet sich in mehreren Aspekten von der in Deutschland – auch in Bezug auf die Rolle der Ehrenamtskoordination (EAK), die mit allen anderen Teammitgliedern eingebunden ist.Alle Mitarbeitenden – inklusive der EAK – tragen gemeinsam Verantwortung für die Aufnahme, Begleitung und Integration neuer Bewohner*innen. Die EAK hat somit dieselben Aufgaben wie beispielsweise Sozialarbeiter*innen, Sozialassistent*innen oder andere Fachkräfte. Ihre Rolle ist nicht herausgehoben, sondern integraler Teil des multiprofessionellen Teams. Jede Rolle innerhalb des Teams ist von großer Bedeutung und trägt in ihrer jeweiligen Funktion zum erfolgreichen Arbeitsablauf bei.Ein Punkt, der mich besonders beeindruckt hat, war die zentrale Organisation der Erstausstattung und des Ankommens in Norwegen. Das gesamte Procedere ist landesweit einheitlich geregelt. Unabhängig vom Standort oder Träger erhalten alle neu ankommenden Personen die gleiche Ausstattung – von Bettwäsche über Hygieneartikel, Küchenartikel bis hin zu grundlegende Informationen - es entsteht von Anfang an ein Gefühl von Gerechtigkeit und Gleichwertigkeit. Diese konsequente Gleichbehandlung trägt maßgeblich zu einem würdevollen Start in der neuen Umgebung bei.Da in den Einrichtungen auch unbegleitete minderjährige Geflüchtete untergebracht sind, ist deren Betreuung besonders sensibel organisiert. Mindestens drei Bezugspersonen sowie eine koordinierende Fachkraft kümmern sich um ihre Anliegen. Der Kontakt zu den sogenannten “Follow-Personen” – gesetzlich eingesetzten Sorgeberechtigten wie z. B. Tanten, Onkeln oder weiteren Verwandten – wird aktiv gehalten und begleitet.Die medizinische Versorgung erfolgt zentral über die kommunalen Ärztezentren, die auch für die ansässige Bevölkerung zuständig sind. Dort werden alle relevanten Angebote koordiniert – von Physiotherapie über Kinderärzt*innen bis hin zu Hebammen. Schon bei ihrer Ankunft durchlaufen die Bewohner*innen ein strukturiertes Orientierungs- und Bildungssystem. Dieses umfasst verschiedene Module, die unter anderem kulturelle Orientierung, rechtliche Grundlagen sowie eine Analyse individueller Stärken beinhalten. In jeder Einrichtung ist eine feste Ansprechperson für die Durchführung dieser Module verantwortlich und begleitet die Bewohner*innen zudem während des Asylverfahrens und bei weiterführenden Schritten im Falle einer Ablehnung.Besonders beeindruckend war für mich die Tatsache, dass in den norwegischen Einrichtungen bewusst auf den Einsatz von Sicherheitsdiensten verzichtet wird. Stattdessen basiert die Arbeit auf Vertrauen, Mitverantwortung und aktiver Beteiligung der Bewohner*innen. Ein gewählter Bewohnerrat übernimmt eine zentrale Rolle innerhalb der Einrichtung. Eine mehrsprachige Person aus dem Bewohnerkreis übernimmt dauerhaft den Kontakt zum 24/7-Notfalltelefon – insbesondere nachts, wenn keine Mitarbeitenden vor Ort sind. Sie koordiniert im Notfall auch technische Belange wie die Brandmeldeanlage oder den Rettungsdienst.Die Atmosphäre in den Einrichtungen ist geprägt von Empathie, klaren Strukturen und einer Kultur der gewaltfreien Kommunikation. Konflikte werden auf Augenhöhe gelöst. Die individuellen Bedürfnisse der Bewohner*innen werden gesehen, ernst genommen und bestmöglich erfüllt.Ein weiteres Highlight meines Aufenthalts war der Besuch der ältesten Einrichtung in Trondheim, die bereits in den 1980er-Jahren gegründet wurde. Trotz der eher abgelegenen Lage konnte ich erleben, wie dort eine gesunde, gemeinschaftliche Umgebung geschaffen wurde – geprägt von Eigenverantwortung, Respekt und Fürsorge.Trotz der positiven Erfahrungen in Norwegen bleibt im Berliner Kontext weiterhin ein gewisser Bedarf an Sicherheitsdiensten bestehen. Unterschiedliche Rahmenbedingungen und örtliche Gegebenheiten erfordern aktuell, Schutzstrukturen durch den Einsatz von Security-Personal sicherzustellen und ein stabiles Umfeld für die Bewohner*innen zu gewährleisten.Mein Aufenthalt in Norwegen war fachlich wie persönlich eine wertvolle Bereicherung. Die dort gewonnenen Einblicke und Impulse möchte ich nun aktiv in meine Arbeit einbringen und weitertragen.
Nicole, Psychologin, Berlin (Einsatzort: Namsos, Norwegen)Das Telefon klingelte, und unerwartet kam aus der Leitung die Nachricht: „Du kommst mit nach Norwegen für das Austauschprogramm!“Meine Kollegin Silvia und ich flogen gemeinsam am 15. Juni von BER nach Oslo und von dort weiter nach Trondheim – über schneebedeckte Berge hinweg, mit mitgebrachten Snacks im Gepäck. Silvia und ich nutzten die Zeit, um uns besser kennenzulernen. In Trondheim verabschiedeten wir uns. Mein Weg führte weiter – erst mit dem Bus nach Steinkjer, dann mit einem weiteren Bus bis nach Namsos. Die sechsstündige Fahrt zog sich durch saftig grüne Felder, friedliche Bauernhöfe und malerische Dörfer bis hin zu den Fjorden meiner Ankunftsstadt. Hier würde ich die nächsten fünf Tage verbringen – umgeben von Tageslicht rund um die Uhr und Wäldern. Ich stellte mir vor, wie sich Menschen wohl gefühlt haben mussten, wenn sie nach einer langen Flucht in dieser stillen Kleinstadt mitten in der Natur ankamen.Am Montagmorgen holte mich die Einrichtungsleitung, mit dem Auto vom Hotel ab, und wir fuhren fünf Minuten zum „Mottak“, wie die Norweger die Unterkünfte nennen. Dort traf ich auf ein freundliches und offenes Team – und zu meinem Glück stellten wir fest, dass ich mich mit meinem fast vergessenen Schwedisch verständigen konnte. Die Teammitglieder kamen aus unterschiedlichen beruflichen Hintergründen: Hotelmanagement, Supermarkt-Kassiererin, Seemann – alle mit pädagogischer Weiterbildung.Etwas überrascht reagierten sie auf meine Frage, wie die Arbeitsbereiche im Team verteilt sind, denn: Es gibt keine klaren Abgrenzungen. Alle arbeiten vor allem in der Verwaltung des Mottaks und unterstützen die Bewohner*innen im Alltag und beim Ankommen. Fachliche Anliegen werden nicht direkt vom Personal bearbeitet, sondern an Fachstellen weitergeleitet. Für gesundheitliche Fragen kommt wöchentlich eine Ärztin, die sowohl körperliche als auch psychische Gesundheitsanliegen betreut. Mit der UDI (norwegische Ausländerbehörde) führt die Einrichtungsleitung wöchentliche Meetings, in denen über die Asylprozesse der Bewohnende gesprochen wird.Ich durfte von Montag bis Donnerstag den Arbeitsalltag in den beiden Mottaks von Namsos begleiten. Besonders spannend fand ich die Teilnahme an einem der Pflichtmodule, die alle Asylbewerber*innen absolvieren müssen.Am schönsten empfand ich den natürlichen, herzlichen Umgang mit den Bewohner*innen: entspannte Gespräche auf dem Flur, Fahrdienste zu weiter entfernten Terminen und ein lustiger Bingoabend am letzten Tag. Zum ersten Mal erlebte ich, wie es ist, die eigene Muttersprache und Kultur mit den Bewohner*innen zu teilen – denn auch Menschen aus Kolumbien und Venezuela suchen in Norwegen Asyl, vor allem aus der LGBTQI+ Community. Der Kontakt wurde sofort persönlicher, und die Geschichten dieser Menschen berührten tiefere Bereiche meiner eigenen Innenwelt. Das forderte meine Abgrenzungsfähigkeit heraus und ließ meinen Respekt gegenüber meinen Kolleg*innen aus Afghanistan, dem Iran und Syrien noch weiterwachsen.Am Freitag reiste ich zurück nach Trondheim und lernte dort das Mottak kennen, in dem Silvia die Woche verbracht hatte. Wir tauschten unsere Eindrücke zum Umgang zwischen Personal und Bewohner*innen aus – und stellten fest, dass wir beide sehr positiv überrascht waren.Die Woche endete mit dem „International Refugee Day“, der von einer Physiotherapeutin aus Trondheim organisiert wurde. Asylbewerber*innen aus der Umgebung waren eingeladen und genossen Spiele, Geschenke, Musik und viel Freude. Es war ein perfekter Abschluss.Über die Freizeit könnte ich viel schreiben – aber ich fasse es kurz: Es war traumhaft! Spaziergänge in den Bergen, jeden Tag die saubere Meeresluft einatmen und trotz des andauernden Regens die Landschaft genießen – all das ließ kaum glauben, dass es sich um eine Arbeitsreise handelte. Silvia und ich nutzten unseren freien Tag ganz und voll: Wir machten eine Schifffahrt zur nächsten Insel, erkundeten die Stadt zu Fuß und mit dem Fahrrad.Diese Reise nehme ich im Herzen mit – für mich persönlich und für meine weitere Arbeit mit geflüchteten Menschen.
Hier und hier findest du die Erfahrungsberichte vom HERO-Austausch 2024.