Lernen ohne Grenzen: Mitarbeiteraustausch mit Norwegen
Nach den positiven Erfahrungen der vergangenen Jahre ging unser Mitarbeiter*innenaustausch mit Norwegen auch 2026 in die nächste Runde. Erneut hatten Mitarbeitende aus verschiedenen Bereichen die Möglichkeit, eine Woche lang den Arbeitsalltag unserer norwegischen Kolleg*innen kennenzulernen, neue Eindrücke zu sammeln und über den eigenen beruflichen Tellerrand hinauszublicken.
Solche Austauschprogramme schaffen weit mehr als fachlichen Wissenstransfer. Sie fördern persönliches Wachstum, stärken den Zusammenhalt innerhalb unseres internationalen Unternehmens und eröffnen neue Perspektiven auf die Arbeit mit geflüchteten Menschen. Der direkte Austausch mit Kolleg*innen in einem anderen Land regt zum Nachdenken an, inspiriert und zeigt, wie unterschiedlich und zugleich ähnlich Herausforderungen gelöst werden können.
Die diesjährigen Erfahrungsberichte machen deutlich, wie bereichernd diese Woche für die Teilnehmenden war. Sie berichten von beeindruckenden Begegnungen, innovativen Arbeitsweisen, gemeinschaftlichem Engagement und der besonderen Gastfreundschaft ihrer norwegischen Kolleg*innen. Mit vielen neuen Ideen, wertvollen Erfahrungen und großer Motivation kehrten sie nach Deutschland zurück.
Die Förderung unserer Mitarbeitenden und die Möglichkeit, voneinander zu lernen, sind für uns wichtige Bestandteile einer positiven Unternehmenskultur. Umso mehr freuen wir uns, dass der Austausch auch in diesem Jahr so viele inspirierende Eindrücke hinterlassen hat.
Reza, Sozialbetreuung, AfA Bitburg, Rheinland-Pfalz (Einsatzort: Isfjorden)
Im Rahmen des diesjährigen Austauschs führte Rezas Reise nach Isfjorden, einen kleinen Ort inmitten der beeindruckenden norwegischen Fjordlandschaft. Bereits bei seiner Ankunft wurde deutlich, welchen Stellenwert Ruhe, Natur und Gemeinschaft in der Arbeit mit geflüchteten Menschen vor Ort haben.
Die Einrichtung in Isfjorden vereint Wohnbereiche für Jugendliche, Erwachsene und Familien. Besonders positiv fiel Reza der respektvolle und freundliche Umgang zwischen Mitarbeitenden und Bewohnenden auf. Die Arbeitsabläufe wirkten strukturiert und klar organisiert. Neben der Unterstützung bei administrativen, medizinischen und sozialen Anliegen standen den Bewohner*innen vielfältige Freizeit- und Gemeinschaftsangebote zur Verfügung, die den Alltag bereichern und den oft langen Aufenthalt in einer Unterkunft angenehmer gestalten.
Besonders interessant war für ihn der Einblick in das norwegische Asylsystem. Viele Prozesse werden zentral über die Einwanderungsbehörde UDI gesteuert und digital verwaltet. Die enge Vernetzung zwischen Behörde und Unterkunft ermöglicht effiziente Abläufe und reduziert den Verwaltungsaufwand erheblich.
Während seines Aufenthalts erhielt Reza umfassende Einblicke in die Arbeit der verschiedenen Fachbereiche. Dazu gehörten unter anderem soziale Beratung, Konfliktmanagement, die Organisation von Aktivitäten sowie die Begleitung der Bewohner*innen im Alltag. Eindrucksvoll fand er auch die umfangreichen Informationsmodule, die alle Asylsuchenden durchlaufen und die Themen wie Gesundheit, Integration, soziale Normen oder den Verlauf des Asylverfahrens vermitteln.
Ein weiterer Unterschied zur Arbeit in Deutschland zeigte sich im Umgang mit Konflikten. Statt auf Sicherheitsdienste zu setzen, wird zunächst versucht, Lösungen durch Gespräche und Vermittlung zu finden. Diese vertrauensvolle Herangehensweise hinterließ bei Reza einen bleibenden Eindruck.
Neben den fachlichen Erkenntnissen blieb auch Zeit, Norwegen abseits des Arbeitsplatzes kennenzulernen. Den Abschluss der Reise bildete ein Wochenende in Oslo, das die vielen beruflichen Eindrücke um kulturelle und persönliche Erfahrungen ergänzte.
Für Reza war der Austausch eine wertvolle Gelegenheit, unterschiedliche Arbeitsweisen kennenzulernen, Erfahrungen zu vergleichen und neue Impulse für seine tägliche Arbeit in Deutschland mitzunehmen.
Annika, Sozialarbeiterin, GU Bitterfelder Straße, Berlin (Einsatzort: Kirkenes)
Für Annika führte der Austausch in den hohen Norden Norwegens nach Kirkenes, eine kleine Stadt nahe der russischen Grenze. Die eindrucksvolle Landschaft, geprägt von Fjorden, Bergen und der Mitternachtssonne, bildete den Rahmen für eine intensive und inspirierende Woche.
Besonders beeindruckt zeigte sie sich von der offenen und einladenden Atmosphäre innerhalb der Unterkunft. Das Herzstück der Einrichtung ist ein großer Gemeinschaftsbereich, der den Bewohner*innen als Treffpunkt dient. Hier werden Informationen bereitgestellt, Freizeitangebote organisiert und Begegnungen gefördert. Zahlreiche Angebote, vom Kinderraum über Sportmöglichkeiten bis hin zu einer Kleiderkammer und gemeinschaftlich gepflegten Pflanzenprojekten, unterstützen das Zusammenleben auf ganz praktische Weise.
Die Unterkunft wird von einem multiprofessionellen Team betrieben, das eng zusammenarbeitet und sich stark auf soziale Begleitung und gemeinschaftliche Aktivitäten konzentriert. Durch digitale Schnittstellen zur norwegischen Einwanderungsbehörde UDI sind viele Verwaltungsprozesse vereinfacht, sodass mehr Zeit für die direkte Arbeit mit den Bewohner*innen bleibt.
Ein besonderes Augenmerk liegt in Kirkenes auf Gemeinschaft und freiwilligem Engagement. Annika lernte dabei das in Norwegen fest verankerte Konzept des „Dugnad“ kennen. Dieses steht für gemeinschaftliche Verantwortung und freiwilligen Einsatz zum Wohl aller. Ob Nachbarschaftsprojekte, Freizeitangebote oder gemeinsame Veranstaltungen: Das Prinzip prägt das gesellschaftliche Leben und wird auch in der Integrationsarbeit aktiv gelebt.
Viele Aktivitäten entstehen gemeinsam mit den Bewohner*innen und fördern Begegnung, Verantwortung und soziale Teilhabe. Für Annika war dies eine besonders inspirierende Erfahrung, die ihr neue Perspektiven auf Gemeinschaftsbildung und Integration eröffnet hat.
Sie kehrte mit zahlreichen Impulsen zurück und ist dankbar für die Möglichkeit, andere Arbeitsweisen kennenzulernen und sich mit Kolleg*innen über Ländergrenzen hinweg auszutauschen.
Hmidullah, Verwaltung, GU Blumberger Damm, Berlin (Einsatzort: Isfjorden)
Auch Hmidullah verbrachte seine Austauschwoche in Isfjorden und erhielt dort umfassende Einblicke in die Arbeit der Verwaltung und die organisatorischen Abläufe einer norwegischen Unterkunft.
Bereits bei seiner Ankunft wurde er von den Kolleg*innen herzlich empfangen. Die Unterkunft überzeugte ihn durch ihre moderne Ausstattung und die durchdachte Aufteilung der Wohnbereiche für verschiedene Zielgruppen. Gemeinschaftsräume, Freizeitangebote und speziell ausgestattete Bereiche für Familien, ältere Menschen und Personen mit Unterstützungsbedarf schaffen eine angenehme Wohnumgebung.
Sein besonderes Interesse galt den Verwaltungsstrukturen. Im Austausch mit den norwegischen Kolleg*innen lernte er die enge Zusammenarbeit mit der norwegischen Einwanderungsbehörde UDI kennen. Ein- und Auszüge, Bewohnendendaten sowie finanzielle Prozesse werden digital gesteuert und zentral verwaltet. Dadurch entstehen schlanke Abläufe und ein deutlich geringerer Dokumentationsaufwand.
Beeindruckt zeigte sich Hmidullah auch von der Kultur der Zusammenarbeit innerhalb der Einrichtung. Die Kommunikation zwischen Leitung, Verwaltung und Sozialteam erfolgt häufig direkt und unkompliziert. Tägliche Teamgespräche sorgen dafür, dass Informationen schnell ausgetauscht und Aktivitäten gemeinsam geplant werden können.
Neben den organisatorischen Einblicken nahm er vor allem die Gastfreundschaft der norwegischen Kolleg*innen und die besondere Atmosphäre des Ortes in Erinnerung mit. Die Mitternachtssonne, die umliegenden Berge und die herzliche Aufnahme machten die Reise für ihn zu einer gleichermaßen fachlichen wie persönlichen Bereicherung.
Sein Fazit fällt durchweg positiv aus: Der Austausch hat ihm wertvolle Erfahrungen vermittelt, neue Perspektiven auf Verwaltungsprozesse eröffnet und Anregungen geliefert, die er künftig in seine Arbeit in Deutschland einbringen möchte.
Liudmyla, Kinderbetreuung, ZUE Haltern am See, Nordrhein-Westfalen (Einsatzort: Kirkenes)
Für Liudmyla stand bereits nach den ersten Tagen in Kirkenes fest, dass die Teilnahme am Austauschprogramm die richtige Entscheidung gewesen war. Die Woche war geprägt von intensiven Begegnungen, inspirierenden Gesprächen und wertvollen Einblicken in die Arbeit der norwegischen Kolleg*innen.
Besonders bewegend waren für sie die Gespräche mit Menschen, die in Norwegen Schutz und Unterstützung gefunden haben. Darunter befanden sich auch Menschen aus ihrer Heimatregion in der Ukraine. Ihre Geschichten, ihre Dankbarkeit und ihre positiven Erfahrungen mit der norwegischen Gesellschaft hinterließen einen nachhaltigen Eindruck.
Während ihres Aufenthalts konnte Liudmyla den Arbeitsalltag der HERO-Mitarbeitenden kennenlernen und beobachten, mit welcher Offenheit, Geduld und Wertschätzung sie den Bewohner*innen begegnen. Beeindruckt war sie von der Bereitschaft, zuzuhören, individuelle Bedürfnisse ernst zu nehmen und gemeinsam Lösungen zu entwickeln.
Besonders positiv fiel ihr die Verbindung von Lernen, Freizeit, freiwilligem Engagement und gemeinschaftlichen Aktivitäten auf. Diese Mischung schafft eine vertrauensvolle Atmosphäre, fördert Begegnungen und stärkt das soziale Miteinander.
Für Liudmyla war die Reise weit mehr als ein fachlicher Austausch. Sie erlebte die Bedeutung von Solidarität, Menschlichkeit und gegenseitiger Unterstützung ganz unmittelbar. Mit vielen neuen Ideen, wertvollen Erfahrungen und großer Dankbarkeit kehrte sie nach Deutschland zurück.
Die Woche in Kirkenes hat ihren Horizont erweitert, neue Perspektiven eröffnet und sie sowohl beruflich als auch persönlich bereichert.
Gemeinsam lernen, gemeinsam wachsen
Die Erfahrungen unserer Teilnehmenden zeigen einmal mehr, welchen Wert internationale Zusammenarbeit und persönlicher Austausch für die berufliche Entwicklung haben. Jede Reise hat neue Perspektiven eröffnet, bestehende Arbeitsweisen hinterfragt und wertvolle Impulse für den Arbeitsalltag geliefert.
Als Unternehmen möchten wir die Weiterentwicklung unserer Mitarbeitenden aktiv fördern. Wir sind überzeugt, dass Lernen nicht nur in Schulungen oder Weiterbildungen stattfindet, sondern vor allem durch Begegnungen, neue Erfahrungen und den Blick über den eigenen Horizont hinaus. Die im Austausch gewonnenen Eindrücke und Erkenntnisse stärken nicht nur die persönliche Motivation und Jobzufriedenheit, sondern tragen auch dazu bei, unser Unternehmen gemeinsam weiterzuentwickeln.
Besonders wertvoll ist für uns, dass neue Ideen nicht ausschließlich auf Führungsebene entstehen. Innovation lebt von engagierten Mitarbeitenden, die ihre Erfahrungen einbringen, Prozesse kritisch hinterfragen und Veränderungen aktiv mitgestalten. Genau diese Offenheit möchten wir fördern. Denn bei HERO verstehen wir Entwicklung als gemeinsamen Prozess: Wir möchten voneinander lernen, internationale Perspektiven aufgreifen und erfolgreiche Ansätze dort übernehmen, wo sie unsere Arbeit bereichern können.
Die Berichte aus Norwegen machen deutlich, wie viel Potenzial in diesem Austausch steckt. Mit frischen Ideen, neuer Motivation und wertvollen Erfahrungen im Gepäck kehren unsere Kolleg*innen zurück und tragen dazu bei, unsere Einrichtungen, unsere Zusammenarbeit und letztlich auch die Unterstützung der Menschen, die wir begleiten, kontinuierlich weiterzuentwickeln.
Wir freuen uns schon auf die nächsten Austauschprogramme und auf die vielen Impulse, die daraus entstehen werden!
Hier und hier findest du die Erfahrungsberichte vom HERO-Austausch 2024 und hier von 2025.